Eine Abwasserleitung kann früher oder später wegen Verschmutzungen verstopfen. Die Ablagerung von Kies, Sand, Fett oder sonstigen Abfällen bewirkt eine Verkleinerung des Rohrdurchmessers. Wenn sich solche Ablagerungen gebildet haben, schreitet der Verstopfungsprozess immer schneller fort. Wenn man regelmässig Spülungen durchführt, können auf die Dauer Kosten gespart werden. Unliebsame Überraschungen können somit weitgehend reduziert werden.

Sickerleitungen

Das kalkhaltige Sickerwasser soll möglichst ruhig durch die Röhren fliessen können. Durch Ablagerungen entstehen in den Leitungen Turbulenzen, die eine Kalkausscheidung fördern. Eine Verminderung des Rohrquerschnitts wird immer rascher fortschreiten. Auch andere Faktoren wie Geländeform, Hanglage, Bodenbeschaffenheit, (stark kalkhaltige Böden, sandige Schichten) beeinflussen das Fortschreiten der Ablagerungen. Eine fachmännische Durchführung einer Kanalreinigung muss vor der vollständigen Verstopfung vorgenommen werden. Rechtzeitig und regelmässig durchgeführte Spülungen von Sickerleitungen garantieren eine weitgehend störungsfreie Funktion.

Häufig gestellte Fragen…

Wann und wie oft sollen Leitungen gespült werden?

Der durchschnittliche Spülungsintervall beträgt durchschnittlich 2 Jahre. Falls das Wasser stark kalkhaltig ist, empfiehlt sich die Spülung der Leitungen häufiger durchzuführen.

Schmutzwasserleitungen

Reinigung empfiehlt sich alle zwei Jahre oder nach Bedarf.

Fallrohre

Reinigungsintervall alle fünf Jahre oder nach Bedarf
(Fallrohre mit starkem Fettanfall sind einmal jährlich zu kontrollieren)

Dachwasser- und Terassenabläufe:

Je nach Konstruktion des Flachdaches oder der Terasse (mit Kies- oder Zementplattenabdeckung) ist mit einer stärkeren Verkalkung der Abläufe zu rechnen.

Reinigungsintervall alle zwei Jahre oder nach Bedarf

Neu erstellte Bauten

Vor dem Bezug der Liegenschaft müssen sämtliche Abwasser- und Sickerleitungen einer gründlichen Kanalreinigung durch Fachfirmen unterzogen werden. Dabei sind auch alle Sickerschächte, Schlammsammler und Abscheider zu entleeren.

Die Kanalreinigung sollte durch den Bauherrn vergeben werden. Die Kosten können anteilsmässig an alle am Bau beteiligten Unternehmer verteilt werden.

Diese Kanalreinigung sollte nach einem Jahr infolge starker Zementausscheidungen wiederholt werden.


Die Reinigung der Abwässer in Kläranlagen vor ihrer Einleitung in einen Wasserlauf (Vorfluter). Städtische Abwässer enthalten außer Sandbeimengungen grobe, schwimmende Schmutzstoffe, faulende Stoffe, Schlamm bildende Schwebstoffe, gelöste organische Stoffe und Bakterien. Bei der mechanischen Abwasserreinigung werden die ungelösten Stoffe abgeschieden. Grobe Verunreinigungen werden durch Rechen zurückgehalten, der Sand wird im Sandfang, der Schlamm im Klär- oder Schlammabsatzbecken ausgeschieden. Vorklärbecken dienen der Entfernung von Sinkstoffen aus dem Abwasser. Die nach der mechanischen Abwasserreinigung noch enthaltenen gelösten, fäulnisfähigen organischen Stoffe werden bei der biologischen Abwasserreinigung durch die im Abwasser befindlichen Bakterien abgebaut. In Tropfkörperanlagen rieselt das Abwasser über Brockenmaterial, das mit Bakterien bedeckt ist. Beim Belebtschlammverfahren wird das Abwasser mit Bakterienschlamm versetzt, der durch Gebläse belüftet wird und im Nachklärbecken sedimentiert. Der anfallende Schlamm muss in Faulräumen bei etwa 35 °C ausgefault werden. Das dabei entstehende Methan (Biogas) wird als Heiz- oder Treibgas nutzbar gemacht. – Bei der Reinigung industrieller Abwässer können zusätzliche Reinigungsstufen wie Neutralisation oder Fällung erforderlich sein.